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Bloggen für Geld? Gerne, aber bitte legal!

Jeder Blogger träumt davon, Geld zu verdienen. Sei es mit Artikeln, Produkten oder Einladungen zu Events – der Rubel soll rollen. Dass es aber zum einen nicht so einfach ist, Geld zu verdienen, ist jedem klar – hinzu kommt, dass es kompliziert werden kann, wenn man es „legal“ machen möchte.

Es gibt nämlich einige Hürden, oder Stolpersteine, auf die man achten sollte, wenn man Geld für das Bloggen erhält – und ich meine nun keine geschalteten Werbeanzeigen.

Zugegeben, ich habe mit meinem (aktuellen) Blog noch keinen Mit Bloggen Geld verdienenCent verdient, aber mich interessiert das Thema und ich informierte mich – zudem bekam ich in den letzten Tage eine Anfrage a la „Hast Du nicht Lust – Geld für Bloggen … na?“ – und dann informiert man sich doch noch mal genauer – weil man will ja nichts falsch machen – Massenabmahnungen von gelangweilten Menschen und Rechtsanwälten dürfen gerne an mir vorbei gehen.

Geld verdienen mit Bloggen – am Anfang kommt …

… immer das Finanzamt. Wir leben zusagen für das Finanzamt (einige von uns auch vom Finanzamt). Sobald Geld mit dem Blog eingenommen wird, auf welche Weise auch immer, will das Finanzamt dies wissen, und man kommt an eine Gewerbeanmeldung nicht vorbei. Kostenpunkt 20 – 30 Euro, genauere Infos zur Anmeldung liefert euch die Stadtverwaltung oder die Gemeinde. Die Anmeldung muss aber geschehen, bevor auch nur ein Cent verdient wurde. Wer vorab eine Gewerbeanmeldung mal sehen möchte: Gewerbeanmeldung nach nach § 14 GewO oder § 55c GewO PDF-Datei (Verwaltungsservice Bayern). Ich habe sie mir damals ausgedruckt, ausgefüllt und mitgenommen, damit ich weiß, was auf mich zu kommt. Nach der Gewerbeanmeldung kommt das Finanzamt – hier erhält man ein Formular (Fragebögen für die steuerliche Erfassung, PDF, Finanzamt München), das man ausfüllen und zurück schicken muss. Den Gewerbeschein erhält man sofort, und danach habe ich gleich beim Finanzamt angerufen – damit das schneller geht, die Formulare kamen – und was nach dem Zurücksenden passiert, weiß ich nicht, wahrscheinlich gibts Steuernummer & Co. (mein Finanzamt ist sehr langsam und ich brauch keine neue Steuernummer).

 Los gehts – Geld her für Blogposts

Zugegeben, nun kommt ein Teil, bei dem ich mich nicht auskenne – und es folgen dafür viele Erklärungen mit Links zu netten Menschen, die sich damit beschäftigt haben.

Für mich interessant sind eigentlich nur zwei Sachen: Was ist mit bezahlten Artikeln, die ich selbst schreibe, bzw. die ich „fertig“ bekomme, und was ist, wenn ich Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe und darüber bloggen darf/kann/muss.

Fangen wir an mit bezahlten Artikeln (fertig oder selbst geschrieben).

Sobald ich für einen Artikel Geld bekomme (selbst geschrieben oder vorgefertigt) m-u-s-s dieser gekennzeichnet sein. Entweder mit Werbung, Anzeige oder Gesponserter Beitrag (Sponsored Post sollte laut Rechtsanwalt Schwenke vermieden werden). Warum? Alles andere wäre unlauterer Wettbewerb und e-Recht24 zitiert so schön aus dem UWG:

So ist es nach dem §3 III UWG in Verbindung mit Nr. 11 der Anlage zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb untersagt,

„redaktionelle Inhalte zu Zwecken der Verkaufsförderung <entgeltlich zu platzieren>, ohne dass sich dieser Zusammenhang aus dem Inhalt oder aus der Art der optischen oder akustischen Darstellung eindeutig ergibt (als Information getarnte Werbung).

Bei mir sieht das dann so aus: Mit Weihnachtskarten im Sommer anfangen.

Unter „bezahlter Artikel“ gilt auch, wenn ich nur einen „Link“ einfügen muss, und dafür Geld bekomme – auch dann muss gekennzeichnet werden, dass es sich um einen „Gesponserten Beitrag“ handelt (siehe dazu e-Recht24). Dementsprechend gilt dasselbe auch für Affiliate-Links; das sind Links, die bei mir mit einem Sternchen gekennzeichnet sind und aussagen, dass ich eine Provision erhalte, wenn du kaufst. (Siehe Peer Wandiger).

 Produktests und zugesendete Artikel – kennzeichnen?

Im Gegensatz zu den „bezahlten Artikeln“ ist die Kennzeichnungen von Produkten, die man erhalten hat, „eigentlich“ nicht wirklich geregelt – und eigentlich doch.

Zu unterscheiden wären Produkte, die man von Plattformen (trnd, Konsumgöttinnen etc pp) erhält und Produkte, die einem von Firmen und PR-Agenturen zu gesendet werden.

  1. Steht es einem frei, ob man darüber bloggt, würde ein Hinweis im Artikeltext reichen.
  2. Erhält man von Firmen, PR-Agenturen oder XYZ einen kostenlosen Produkt-Artikel, mit a) einem vorgefertigten Artikel oder b) verpflichtet sich, darüber zu bloggen, gälte dasselbe wie bei „bezahlten Artikeln“, und es muss gekennzeichnet werden.

Oben genannte Aussagen Punkt 1 und Punkt 2 (nicht der Zusatz mit den Produktplattformen) stammen von Rechtsanwalt Schwenke.

Gibts Artikel und Geld, sollte sich mittlerweile die Frage nach dem „Kennzeichnen Ja oder Nein“ nicht mehr stellen.

Für mich klingt das nach: Kennzeichnen Nein bei Trnd, Konsumgöttinnen & Co., dafür aber einfließen lassen; Kennzeichnen Ja bei direkten Anfragen. (Aussage ohne Gewähr)

Der Brandnooz Blogger-Club liegt nun irgendwie ganz woanders? Der erste Beitrag ist freiwillig und muss nicht 1:1 übernommen werden, der zweite (falls man „gewinnt“) ist auch freiwillig, aber die Produkte gesponsert – aber doch gewonnen oder nicht?

Geld fürs Bloggen – nur gegen Kennzeichnung

Gar nicht so einfach und völlig verwirrend und wer will schon 500 (oder Deine Tausende) Artikel von Tests über Produktplattformen kennzeichnen.

Es gibt ja noch einige andere Sachen, mit Einladungen zu Events, was ist mit Buchbloggern etc. Die oben genannten Links geben hierfür auch – mehr oder weniger – Auskunft. Wobei es sich bei Büchern gegen Blogpost ebenso verhalten sollte wie mit Produkten gegen Blogpost (oder nicht?).

Fazit ist: Bekommst Du Geld – Kennzeichnen. Bekommst Du Produkte/Bücher – Kennzeichnen. Es ist auch für Deine Leser netter, wenn Du ehrlich zu ihnen bist, und sie nicht als „Anzeigen-Kunden“ benutzt.

Edit am 16.01.2015: Leider gibt es den Blog nicht mehr – aber ich möchte ungern den Absatz nun herauslöschen, da man doch hier sieht, wie schnell sich so ein Blog in Luft auflöst ;o) — Wer sich über Gewerbe & Co. genauer informieren möchte, findet – oder sollte in den nächsten Tagen – bei Mehmet der Blogger einige nützliche Infos erhalten. Zumindest hat er das auf Facebook angekündigt (ich hoffe, ich erhöhe nun nicht unnütz seine Klickrate, der Blog scheint noch bissi leer – lassen wir uns überraschen ;o))

Der obere Artikel ersetzt keine Rechtsberatung oder Ähnliches.

Signature

Photos: Pixabay.com / Collage:Susanne Schraml

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5 Kommentare zu “Bloggen für Geld? Gerne, aber bitte legal!

  1. Pingback: Junge Internetnutzer halten “Sponsored Posts” nicht für eine Anzeige/Werbung | Susi Testet und Bloggt

  2. Ein sehr interessanter Artikel!
    Das kennzeichnen von gesponsorten Produkten sollte selbstverständlich sein! Bei der Anmeldung eines Gewerbes bin ich mir nicht so sicher. Wäre hier ein Kleingewerbe nicht ausreichend? Ein Gewerbeschein benötigt man doch nur, wenn man etwas verkaufen will?? Ehrlich, ich kenne mich da gar nicht wirklich aus… Aber es ist schon super, dass Du Dich damit beschäftigst!

    Liebe Grüße, Sabine

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    • Auch für ein Kleingewerbe braucht man einen Gewerbeschein, an dem kommt man nicht vorbei. Und es klingt echt schlimmer als es ist ;o)
      „Gekennzeichnete“ Produkte oder Artikel haben halt immer einen „Nachgeschmack“ – aber besser, als sinnlos Werbung für etwas zu machen.

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